Auftakt zur Toggenburger Allianz-Gebetswoche 2010

Musik,  Gebet, Predigt und eine Gerichtsverhandlung
Etwa 250 Gottesdienstbesucher trafen sich am letzten Sonntag zu einem Festgottesdienst. Sie kamen aus dem ganzen Toggenburg und Neckertal nach Ebnat-Kappel. Der Gottesdienst fand in den Räumlichkeiten der Freien Christengemeinde Toggenburg statt. Diese Veranstaltung war der Start für die traditionelle Allianzgebetswoche. Diese findet seit vielen Jahren im Januar statt. Die Woche wird jeweils unter ein Haupt-Thema gestellt. Dieses Jahr lautet das Thema: „Ihr sollt meine Zeugen sein“. Eine Theatergruppe aus dem Neckertal nahm dieses Thema denn auch auf humorvolle Weise auf. In einer Gerichtsverhandlung spielten sie vor, wie die Bibel angeklagt und verurteilt werden sollte. Dabei traten verschiedene Zeugen auf. Etwa eine junge Frau die zwar nicht so überzeugend argumentieren konnte, mit ihrer sanften Art dafür aber umso überzeugender wirkte. Oder ein junger Mann, der in massloser Selbstüberschätzung und grossen Worten die biblische Botschaft verteidigen und verkündigen wollte.

Der Gottesdienst wurde von der Musikgruppe der Freien Christengemeinde umrahmt mit Musik und Gesang. Auch eine ausgiebige und ebenfalls mit Musik untermalte Gebetszeit fehlte nicht. In seiner Predigt ging Bruno Kalt, Prediger der Chrischona-Gemeinde Ebnat-Kappel auf Aspekte des „Zeugen seins“ ein. Er beleuchtete drei Bereiche die gute Zeugen der biblischen Botschaft beachten sollen. Er betonte, dass es das Wichtigste sei, Zeit mit Gott zu verbringen. Im Gebet und Bibellesen könnten Christen die Stimme von Jesus hören. Dabei könne eine innere Geborgenheit und ein Gefühl des Angenommen seins aufkommen, die kein Mensch einem anderen Menschen geben kann. Auch die Wichtigkeit der Gemeinschaft mit anderen Christen und das Dienen in Gemeinde und Gesellschaft beleuchtete der Prediger mit anschaulichen Beispielen. Die eingelegte Kollekte kam zwei Projekten zu gute. Eine Hälfte geht an die neu gegründete Jugend-Allianz Toggenburg. Dieses Projekt wurde von dessen Gründungsmitglied Luca Gehrig aus Brunnadern vorgestellt.  Die andere Hälfte wurde für das Sozial- und Missionswerk Recanto Esparance in Brasilien bestimmt. Walter Bleiker, aus Ebnat-Kappel, stellte dieses Projekt mittels einer Bildpräsentation vor.

Martin Tobler, Prediger der Freien Christengemeinde, lud am Schluss des Gottesdienstes dazu ein, die Gebetsveranstaltungen die im Toggenburg und Neckertal im Rahmen der Allianz-Woche durchgeführt werden, zu besuchen. Bevor sich die Allianz-Gemeinde wieder auf den Heimweg machte, wurde bei fröhlichem Geplauder das bereitgestellte Apéro ausgiebig genutzt.
Bettagsgottesdienst der Evangelischen Allianz Toggenburg 2009

Dank, Busse und Gospel
Unter dem Motto „Vom Himmel bewegt“ lud die Evangelische Allianz Toggenburg am Bettag zum Gottesdienst ein. Etwa 300 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung. Eine besondere Prägung verlieh dem Gottesdienst die Musik des Nesslauer Gospelchors Rhythm and Glory. Heilsarmee-Offizier Andreas Josi hielt die Predigt. Darin kam das Thema Gospel – auch Evangelium oder Gute Nachricht genannt – immer wieder vor. Für die Kinder wurde parallel ein eigenes Programm angeboten.

Freie Christengemeinde statt Thurpark
Stephan Rohner begrüsste die Gemeindeglieder der Evangelischen Allianz Toggenburg. Besonders gab er seiner Freude darüber Ausdruck, dass der Gospelchor „Rhythm and Glory“ zu Gast war und den Gottesdienst mit ihren Gospelsongs bereicherte. Rohner wies darauf hin, dass zum  Bettagsgottesdienst  eigentlich in den Thurpark Wattwil eingeladen wurde. Auf Grund eines Missverständnisses war der Thurpark jedoch schon besetzt. So musste also ein neues Lokal gefunden werden. Die Räumlichkeiten der Freien Christengemeinde Toggenburg  an der Hofstrasse in Ebnat-Kappel waren ein geeigneter Ersatz. Die Anwesenheit von so zahlreich erschienenen Gottesdienstbesuchern bewies, dass das Kommunikationsnetz der Allianz-Gemeinden gut funktioniert hat.

Gebet auch für das frischgewählte Bundesratsmitglied
Die warmen, fröhlich und einfühlsam vorgetragenen Lieder des Gospelchors wurden von den Anwesenden mit viel Applaus verdankt. Es gelang den Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Daniel Schwyn, eine festliche und fröhliche Atmosphäre zu schaffen.  Die Pianistin Stephanie Rutz begleitete nebst den Chorliedern auch den Gesang der Gemeinde. Fünf Personen, welche alle einer anderen Gemeinde innerhalb der Evangelischen Allianz angehören, übernahmen die Aufgabe ein Gebet zu sprechen. Diese Frauen und Männer erwähnten in ihren Gebeten viele Themen und Anliegen. So wurde für Verantwortungsträger in Politik, Schulen und Kirchen gebetet. Auch der neue Bundesrat Didier Burkhalter oder die schwierige Situation von Bundesrat Merz blieben nicht unerwähnt. Für Lauheit, Trägheit  und das wegsehen von Problemen wurde Gott um Vergebung gebittet. Es kam auch zum Ausdruck dass wir in der Schweiz viele Gründe haben Gott dankbar zu sein. So wurde gedankt für Wohlstand, Demokratie, Meinungsfreiheit und vieles andere mehr.

Film und Predigt
In einem eindrücklichen und künstlerisch aufgemachten Kurzfilm wurde die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn gezeigt. Frei interpretiert spielte sie mitten in der Wüste. Mit eindrücklichen Szenenbildern ohne Worte wurde das biblische Gleichnis inmitten von Sandhügeln dargestellt. Heruntergekommen und in Lumpen gekleidet kam der Sohn der nun Schweinehüter war zur Besinnung. Er entschloss sich zu seinem Vater ins Beduinendorf zurückzukehren. Die Begegnung des Sohnes mit seinem Vater war der Höhepunkt und gleichzeitig der Schluss des ausdrucksstarken Films.
Andreas Josi von der Heilsarmee Wattwil hielt die Predigt. In Uniform gekleidet und in urchigem berner oberländer Dialekt vermochte er die Zuhörer zu fesseln. Josi führte aus, dass der Begriff Busse soviel wie Umkehr bedeute. Busse sei ein zentrales Thema des Neuen Testaments. Schon Johannes der Täufer habe die Menschen bevor Christus zu Wirken begann zur Busse aufgerufen. Jesus und seine Jünger setzten diesen Aufruf fort. Ein weiteres zentrales Thema des Neuen Testaments sei aber auch die Liebe Gottes. Letztlich habe Jesus Christus die Türe zum Himmel durch sein Erlösungswerk „sperrangelweit“ aufgetan. Da wir heute durch den Glauben an Jesus Christus und sein Erlösungswerk Zugang zum Himmelreich hätten, sei immer noch „Tag der offenen Türe“. Andreas Josi rief zu innerer Umkehr auf. Diese Umkehr könne grundsätzlicher Art sein. Aber auch in vielen Teilbereichen des Lebens brauche es oftmals ein umkehren. Dieser Dank- Buss- und Bettag könne dafür eine Gelegenheit sein. Der Prediger forderte dazu auf, Jesus bei dieser Umkehr einzuladen ins Herz zu kommen und durch seinen heiligen Geist bleibende Umkehr zu bewirken. Einige Minuten stille Besinnung gab den Gottesdienstbesuchern die Möglichkeit dies mit in Gedanken gesagten Gebeten zu tun. Der Gottesdienst wurde abgerundet mit Liedern. Einerseits gemeinsam gesungen und andererseits vorgetragen durch den Gospelchor.